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02.03.2010 - PERSONEN IM FOKUS

Ernst Neumann-Neander


Von seinen Freunden wurde er nur „N²“ genannt.

Geboren wurde er als Ernst Neumann 1871 in Kassel – und die Faszination für Bewegung war ihm in die Wiege gelegt. Schon im jungen Alter von 15 Jahren motorisierte er ein Dreirad, indem er eine Dampfmaschine mit einer Petroleum-Kesselheizung einbaute. Mit seinem Bruder nahm er an Hochradrennen teil und stellte hierbei Rekorde auf.

Seine künstlerische Ader hatte Ernst Neumann von seinem Vater geerbt, der Kunstmaler und Professor war. Um die Jahrhundertwende lebte Ernst in München und machte sich als Maler und Grafiker einen Namen. Kritik an der Wilhelminischen Gesellschaft übte er auf künstlerische Weise, indem er für den Simplicissimus Karikaturen zeichnete und beim Bürger-schreck-Kabarett „Die 11 Scharfrichter“ von Frank Wedekind mitwirkte.

Neben seinem Leben in der Münchner Künstlerszene allerdings entwickelte er ein Dreirad mit einem 1 Liter-Einzylinder-Motor, bei dem zwei Personen Rücken an Rücken hintereinander saßen. Mit dem Dreirad unternahm Ernst mit seiner ersten Frau Fahrten über die Alpen bis hin nach Rom und Florenz.

Von 1903 bis 1908 lebte Ernst Neumann in Paris und verkehrte im berühmten Motorcafé „Excelsior“ mit Größen wie dem Marquis de Dion. In dieser Zeit konstruierte er ein besonderes Motorrad: das Griffon Eigenbau-Motorrad mit einem 600 ccm Zedel-Motor. Zweimal fuhr er mit ihm von Paris nach Rom und zurück.

Inzwischen wohlhabend und geschieden, zog Neumann von Paris nach Berlin und wurde ein erfolgreicher Automobilkonstrukteur und -zeichner, der mit phantasievollen Entwürfen überzeugte – teilweise mit Neuerungen wie der Ponton-Karosserie.

Die Inflation beraubte ihn jedoch seines Wohlstands und brachte ihn in Konkurs. Wieder von vorn beginnend, konstruierte er Motorräder, die er mit dem Markennamen „Neander“ (griech.: der neue Mann) vertrieb. Fortan nannte er sich auch Ernst Neumann-Neander.

Bereits ein weiteres Mal geschieden, fand er in seiner dritten Frau Emilie eine Gleichgesinnte, die seine Leidenschaft für Technik mit ihm teilte.

Obwohl seine Motorräder belastbar, variabel und innovativ waren, ging die Firma 1929 in Konkurs – angeblich durch betrügerische Machenschaften seines Geschäftspartners.

Doch auch dieses Mal ließ es N² nicht darauf beruhen und konstruierte in den 1930er und 1940er Jahren mit der „Fahrmaschine“ ein Fahrzeug, „gebaut von einem Motorradfahrer für Motorradfahrer“. Als Volksfahrzeug gedacht und mit drei bzw. vier Rädern erhältlich, entwickelte sich die Fahrmaschine zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten auf den Rennstrecken Deutschlands.

Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete sich N² wieder verstärkt der Kunst und malte mehr als 100 Bilder, bis er 1954 mit 83 Jahren verstarb.


Mit der Ausstellung „Neumann-Neander – Motorisierte Kunstwerke“ widmet sich das AUTOMUSEUM PROTOTYP ab dem 24. April 2010 diesem Menschen, der kreativ, innovativ und konstruktiv tätig war.

PROTOTYP zeigt seine motorisierten Kunstwerke in einer Sonderausstellung, die in der Langen Nacht der Museen eröffnet wird. Als Rahmenprogramm feiert PROTOTYP mit Ihnen unter freiem Himmel und bietet ein Barbecue im Innenhof, Getränke, Filmvorführungen, Kuratorführungen durch die Sonderausstellung und Musik am späteren Abend.

Die Lange Nacht der Museen findet in Hamburg in diesem Jahr zum 10. Mal statt. In der Nacht vom 24. auf den 25. April können zwischen 18.00 und 2.00 Uhr wieder 46 Museen und Ausstellungshäuser mit einer einzigen Eintrittskarte besucht werden.

Erreichen können Sie uns mit allen 11 eingerichteten Museumsnacht-Buslinien, die direkt bei PROTOTYP am Lohseplatz halten, da dieser als zentraler Ausgangs- und Umstiegspunkt dient.

Die Eintrittskarten kosten 12,- Euro / ermäßigt 8,- Euro und enthalten den Eintrittspreis für die teilnehmenden Museen sowie die Berechtigung zur Nutzung der Museumsnacht-Busse und aller HVV-Linien zur An- und Abreise von Samstag 17.00 Uhr bis Sonntag 10.00 Uhr.

Weitere Informationen zur Langen Nacht der Museen in Hamburg finden Sie unter www.langenachtdermuseen-hamburg.de.


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